Es gibt mehrere wegweisende Pioniere der Lernforschung. Einer der Bekanntesten ist Pawlow [Iwan Petrowitsch Pawlow (1849-1936), russischer Naturwissenschaftler. Erhielt 1904 den Nobelpreis für Medizin.], der mit seinen Tierversuchen berühmt wurde. Mittels dieser Experimente wurden die Grundlagen der klassischen Konditionierung beschrieben. Hierbei wird eine neue Reiz-Reaktionsverbindung geschaffen. Dies geschieht, wenn ein neutraler Reiz [der neutrale Reiz hat für das Individuum keine charakteristische Bedeutung. Daher reagiert jedes Individuum unterschiedlich] durch Kombination mit einem unkonditionierten Reiz [ein unkonditionierter Reiz ist ein Reiz, dessen Bedeutung für das Individuum angeboren ist] zu einem konditionierten Reiz wird. Dieser konditionierte Reiz kann nun alleine eine unkonditionierte Reaktion [Die unkonditionierte Reaktion erfolgt spontan auf den unkonditionierten Reiz ohne Lernerfahrung.] auslösen. Pawlow zeigte dies in Hundeexperimenten, in dem ein neutraler Reiz (Glockenton) mit einem unkonditionierten Reiz (Speichelfluss bei Nahrungspräsentation) kombiniert wurde. Auf diese Weise wird der neutrale Reiz zum konditionierten Reiz [Der konditionierte Reiz entsteht durch Lernerfahrung.] und die neutrale Reaktion zur konditionierten Reaktion [Nach mehrmaliger Kombination von unkonditioniertem und neutralem Reiz kann der vorher neutrale Reiz alleine die nun konditionierte Reaktion auslösen.] (der Hund speichelt auch bei alleiniger Vorführung des ehemals neutralen Reizes).
Es sind jedoch nicht alle Organismen in gleicher Weise konditionierbar, vielmehr unterscheiden sie sich in ihrer speziellen Bereitschaft oder englisch: preparedness (Seligman, 1970, 1971, zitiert nach Bodenmann et. al, 2004).
Eine Erweiterung dieser Theorie ist die Konditionierung höherer Ordnung, in der ein ehemals neutraler Reiz, der zu einem konditionierten Reiz geworden ist, als Reiz auftritt, um weitere neutrale Reize auf die selbe Reaktion zu konditionieren. Dies bezeichnet man als Konditionierung zweiter Ordnung. Dieses System kann vielfach erweitert werden zu Konditionierung höherer Ordnung (Bodenmann et al., 2004).
Die Wissenschaftler Amelang und Bartussek beschreiben die Sicht des Behaviorismus folgendermaßen:
„Der Behaviorismus bedient sich der geschilderten Prinzipien und beschreibt das gesamte menschliche Verhalten, auch dasjenige von höherem Komplexitätsgrad, als Sequenz einfacher Reiz-Reaktions-Verbindungen, deren Verkettungen und Verknüpfungen“ (2001: 48).
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Literaturverzeichnis:
- Amelang, M. & Bartussek, D. (2001). Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. Stuttgart: Kohlhammer. 5. Auflage.
- Bodenmann, G., Perrez, M., Schär, M. & Trepp, A. (2004). Klassische Lerntheorien. Bern: Huber.
Dies ist ein Textauszug aus:

„E-Learning Projekte im Kunsthistorischen Kontext“(2006) by Daniela Bamberger M.A. is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Germany License
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