Lernen und Gedächtnis sind eng miteinander verbunden. Die Grundfunktionen des Gedächtnis sind Einprägen, Behalten und Abrufen. Beim Lernen geht es um eine dauerhafte Veränderung, die nur bestehen kann wenn diese im Gedächtnis gespeichert wird. Das Gedächtnis ist also eine notwendige Bedingung für Lernen, umgekehrt gilt dies nicht immer. So ist nicht jeder Gebrauch des Gedächtnisses (z.B. die Erinnerung an einen Urlaub, Schermer, 1998) mit einem Lernvorgang verbunden.
Es gibt verschiedene Gedächtnistheorien, die sich aber über die Jahre verändert haben.
- Das Einspeichermodell ging vom Gedächtnis „als mehr oder weniger undifferenzierter Speicher“(Schermer, 1998: 22) aus, der Informationen enthält.
- Dieses Modell wurde zum Mehrspeichermodell weiterentwickelt. Hier wurden einzelne Komponenten und dazugehörige Funktionen identifiziert.
Ein Modell mit Ultrakurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis beschrieben Atkinson & Shiffrin (1968, zitiert nach Bodenmann et al., 2004).Später wurde das Gedächtnis nach Inhalten unterschieden, hierbei unterscheidet man zwischen explizitem und implizitem Gedächtnis (Schermer, 1998).
- Das explizite Gedächtnis speichert Fakten und ist dem Menschen bewusst zugänglich. Es besteht aus dem semantischen und dem episodischen Gedächtnis: das semantische Gedächtnis umfasst Weltwissen, das episodische individuelles Wissen aus der persönlichen Vergangenheit.
- Das implizite Gedächtnis hingegen ist dem Menschen nicht oder nur schwer bewusst zugänglich und umfasst Automatismen: das prozedurale Gedächtnis, Konditionierung und Priming.
Das Prozedurale Gedächtnis umfasst Fertigkeiten, Konditionierung ist in den Blogeinträgen zu klassischer und operanter Konditionierung erläutert. Priming ist „eine Art Bahnung. Damit sind vorangegangene Verarbeitungsprozesse gemeint, die bei der Wiedererkennung neuer Reize helfen“ (Bodenmann et al., 2004: 28).Das SORCK Modell enthält die Stimulus-Variable, die Organismusvariable, die Reaktion, das Kontingenzverhältnis und die Konsequenzen. Mittels dieser Verhaltensgleichung kann man „Kenntnisse der spezifischen Umstände und Bedingungen“ (Bodenmann et al., 2004: 274) erlangen. Diese Analyse wird in der Verhaltenstherapie zur Diagnostik eingesetzt.
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Literaturverzeichnis:
- Bodenmann, G., Perrez, M., Schär, M. & Trepp, A. (2004). Klassische Lerntheorien. Bern: Huber.
- Schermer, F.F. (1998). Lernen und Gedächtnis. Stuttgart: Kohlhammer. 2. Auflage.
Dies ist ein Textauszug aus:

„E-Learning Projekte im Kunsthistorischen Kontext“(2006) by Daniela Bamberger M.A. is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Germany License
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