Instruktionsdesign (Instructional Design, ID)

Robert M. Gagné fand heraus, dass es nicht die eine Lehrmethode gibt, sondern, dass es darauf ankommt, eine Konzeption zu entwickeln, die versucht die jeweils bestgeeignete Lernumgebung für die unterschiedlichsten Kategorien von Lernaufgaben, Rahmenbedingungen und Lernvoraussetzungen zu finden.

„Die Grundidee war stets die systematische und vor allem die differenzierte Anwendung pädagogisch-psychologischer Prinzipien bei der Konzeption von Lerngelegenheiten bzw. Lernumgebungen“ (Niegemann, Hessel, Hochscheid-Mauel, Aslanski, Deimann & Kreuzberger, 2004: 19).

Das frühe Instruktionsdesign stand dem behavioristischen Paradigma noch sehr nahe.
Niegemann et al. (2004) identifizieren unter Zuhilfenahme empirischer Studien mehrere, beachtenswerte Punkte, die wichtig für die Umsetzung und den Aufbau einer Website sind:

  • So wird erstens bei Abbildungen von Gegenständen ein größerer Lernerfolg erzielt, wenn die erklärenden Texte innerhalb der Abbildung platziert werden.
  • Des Weiteren sollte der Einsatz von Bildern, Geschichten oder Animationen generell mit Bedacht ausgewählt werden, da es hier schnell zu einem „Overload“ kommen kann, wenn diese nicht unmittelbar zur Erklärung des beabsichtigten Sachverhaltes beitragen.
  • „Schmuckwerk“ lenkt die Lernenden von der eigentlichen Aufgabe ab oder verwirrt* den Benutzer, was sich demotivierend auswirkt und im schlimmsten Fall zum Abbruch der genutzten Lernmodule führen kann.
  • Persönliches Feedback wirkt sich positiv auf die Motivation der Lernenden aus. Sollte es im finanziellen Rahmen möglich sein einen Tutor in das Lernprogramm mit einzubeziehen, ist dies anzuraten.

Weiterhin zitieren Niegemann et al. (2004) die Ergebnisse von Mischo & Rheinberg (1995) und Rheinberg et al. (2000) zur Bezugsnormorientierung. Diese ergaben, dass sich eine individuelle Bezugsnormorientierung (der Schüler wird unabhängig vom Leistungsniveau bei einer Verbesserung gelobt) motivierender auswirkt als eine soziale Bezugsnormorientierung (Lob wird nur bei einer Leistung über dem Klassendurchschnitt erteilt).

Kritisch anzumerken bleibt, dass der Lernstoff nicht multimedial vermittelt wurde und eine direkte Übertragbarkeit der Ergebnisse daher noch zu überprüfen ist.

*Wenn die Benutzer nicht klar unterscheiden können zwischen Darstellungen, die für den Sachverhalt relevant sind und „schmückendem“ Beiwerk, kann es passieren, dass die Lernenden sich überfordert fühlen, folglich ihre Motivation abfällt und sie die Lerneinheit abbrechen. Hier befinden wir uns an einem der Knackpunkte erfolgreichen E-Learnings. Der schmale Grad zwischen Motivation und Unterhaltung und Überforderung bzw. Reizüberflutung muss beschritten werden.
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Literaturangaben:

  • Niegemann, H.M., Hessel, S., Hochscheid-Mauel, D., Aslanski, K., Deimann, M. & Kreuzberger, G. (2004). Kompendium E-Learning. Heidelberg: Springer.

Dies ist ein Textauszug aus:

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“E-Learning Projekte im Kunsthistorischen Kontext”(2006) by Daniela Bamberger M.A. is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Germany License

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