Thesis
Zusammenfassung der Arbeit
„E-Learning Projekte im Kunsthistorischen Kontext“
Magister-Hausarbeit im Fach Medienwissenschaft von Daniela Bamberger
In dieser Magisterarbeit sollen Möglichkeiten der Vermittlung kunstgeschichtlicher Inhalte unter Zuhilfenahme der ,Neuen Medien‘ aufgezeigt werden. Anders als in den Naturwissenschaften, in denen es feststehende Regeln und Konsequenzen gibt, wird in der Kunstgeschichte das Hauptaugenmerk auf die Sicherung von Kulturgütern und deren Interpretation, die je nach Fragestellung oder Methode verschieden ausfallen kann, gelegt. Hier fällt es schwer, dies per E-Learning zu vermitteln. Aber in der Kunstgeschichte gibt es auch feststehende Inhalte wie beispielsweise Fachtermini, die nicht so interpretativ sind. Hier können Selbststudienmaterialien eine große Hilfe sein.
Das Interesse für dieses Thema wurde durch den Bologna-Prozess und die Implementierung der Bachelor- und Masterstudiengänge und deren Modularisierung geweckt. Somit wird ein Rahmen für die Kunstgeschichte geschaffen, in dem bestimmte Lehrveranstaltungen rotieren. Dies ermöglicht eine wirtschaftliche Erstellung wiederverwertbarer E-Learning Module. Interessant ist weiterhin, dass die Kunstgeschichte in den letzten Jahrhunderten den ,Neuen Medien‘ gegenüber sehr aufgeschlossen war, man denke an die Erfindung der Fotographie, welche neue Perspektiven für die Vermittlung kunsthistorischer Inhalte eröffnete, oder die Möglichkeit, die Röntgenmethode auf Bilder anzuwenden, was Bildelemente zum Vorschein brachte, die sonst der Nachwelt und Forschung für immer verborgen geblieben wären. Doch im Bereich des Internet und E-Learning verhält sich die Kunstgeschichte bisher sehr konservativ.
Die Erkenntnis, dass Präsenzlehre nicht eins zu eins ins Internet übertragbar ist, wird anhand pädagogisch-psychologischer Erkenntnisse, wie Lernen funktioniert, veranschaulicht. Drei Praxisbeispiele (prometheus- Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre, movii-moving images & interfaces Lernplattform für Gestaltungsgrundlagen in den Neuen Medien und netzspannung.org Wissensraum für digitale Kultur) dienen hier als Projektionsfläche. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem sog. Web2.0 und Social Software. Die Autorin gibt konkrete Beispiele für eine sinnvolle Nutzung dieser Applikationen im kunstgeschichtlichen Kontext.
Ebenfalls werden mögliche Probleme des Einsatzes dieser Applikationen diskutiert: Medienkompetenz des Nutzers, Qualität des Contents, Betastatus, Datensicherung, Datenschutz und Urheberrecht.
Die ‚Neuen Medien‘ stellen auf der untersten Stufe eine Arbeitserleichterung für Lehrende und Studierende da, weil ein Zugriff auf Daten ortsunabhängig stattfinden kann. Jedoch bleibt man weit unter den Möglichkeiten des E-Learnings, würde man es auf digitale Semesterapparate beschränken. Für eine Objektwissenschaft, wie es die Kunstgeschichte ist, bieten die ,Neuen Medien‘ gegenüber den bisher gebräuchlichen Printmedien den Vorteil, dass sie strukturell und inhaltlich offen sind. Die ,Neuen Medien‘ eignen sich auch zur ganzheitlichen Vermittlung von Kunstwerken, da sie nicht auf eine statische, eindimensionale Projektion beschränkt sind. E-Learning Module können durch die Vereinheitlichung der Studiengänge und die ECTS- Bewertung international getauscht werden. Der Nutzer hat die Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung. Die Autorin vertritt die Meinung, dass E-Learning auf keinen Fall die Präsenzlehre ersetzen kann, jedoch eine Entlastung der Präsenzlehre entsteht und die Nutzer den Vorteil haben, dass Inhalte länger zugänglich sind und somit individueller aufgearbeitet werden können.
Link zum Inhaltsverzeichnis dieser Magisterarbeit.
“E-Learning Projekte im Kunsthistorischen Kontext” (2006) by Daniela Bamberger M.A. is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Germany License.






Trackbacks / Pingbacks